Bodo Zinser

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Indras Perlennetz
 

Im buddhistischen Sutra Avatamsaka heißt es, im Himmel des indischen Götterkönigs Indra, dem Herrn des Universums, hängt ein prachtvolles Perlennetz, das in jedem seiner Knotenpunkte eine spiegelnde Perle trägt. Es ist so angeordnet, dass man in jeder Perle alle anderen widergespiegelt sieht, so dass jede Perle die Unendlichkeit des ganzen Netzes enthält.

Damit findet der Buddhismus bereits im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zu einer holistischen Auffassung von der Wirklichkeit - das Universum als Hologramm von Beziehungen. Verändert sich ein Teil oder eine Beziehung, so verändert sich die ganze Wirklichkeit. Deshalb haben wir als Einzelne einen Einfluss und eine Bedeutung im und für das Ganze. Es bedeutet weiter, dass alles so existiert, weil all das gleichzeitig existiert. Die scheinbar getrennten Erscheinungen sind zutiefst miteinander verbunden. Die Erscheinungen verdanken ihre Existenz ihrer Gleichzeitigkeit. Ein Gedanke, ein Wort, eine Tat kann die die ganze Geschichte, die ganze Menschheit, das ganze Universum verändern - in leidvoller oder in befreiender Hinsicht.



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