Bodo Zinser über

Vortrag von Aaravindha am 20.1. 2007
in München, Schloss Nymphenburg, über seine

Reise in das verborgene Himalayatal der unsterblichen Meister

 

Der Meister der orakularen Sicht

In der Zeitschrift connection spirit war im Heft 2006/12?, das ganz allgemein unter dem Motto Erleuchtung stand, ein mehrseitiger, recht positiver Artikel über Aarvindha Himadra erschienen. Er als Meister der "orakularen Sicht" bietet als Hilfsmittel und Weg "MaPushan" als "einen Zweig der Heiligen Solaren Linie" an. Sein Hang zu exotischen Fremdwörtern war mir schon früher in teilweise ganzseitigen Anzeigen aufgefallen. (Wenn hier einige Begriffe akustisch falsch aufgenommen oder falsch geschrieben sind, möge man mir das nachsehen.) Als Mitte Januar ein größerer Vortrag von ihm in München angesetzt war, war mir klar, dass ich mir das näher ansehen muss.

Natürlich konnte man zum Vortrag nicht einfach so erscheinen, sondern musste sich erst mal registrieren lassen und sollte trotzdem bis zu zwei Stunden vor Beginn erscheinen. Trotz der vielen Helfer – meistens junge Frauen – musste man viel Geduld mitbringen: Anstehen für die eingeschweißte Eintrittskarte, welche trotz PC-Hilfe nicht so leicht zu finden war, warten in der sich sehr schnell aufbauenden Schlange, zurück zur Abgabe des Mantels, wieder einreihen und dann die Platzsuche. Die guten Plätze waren natürlich schon vorbelegt und weg – doch Glück muss man haben, ein Teilnehmer gab seinen guten Platz frei, er hatte wohl doppelt belegt.

Es ist abzusehen, dass sich der Hubertussaal bis zum letzten Platz füllt (gut 400 Personen) und noch viele weitere, unregistrierte gern Einlass hätten. Kein Wunder bei der vollmundigen Reklame und bei kostenlosem Eintritt. Die Vorstellung beginnt sehr pünktlich und wird von der charmanten Ariella moderiert: Tonband- oder Filmaufnahmen sind nicht erlaubt. Sie wird auch übersetzen, was sie konzentriert, schnell und mit guter Wortwahl macht. Am Anfang wird uns zur Einstimmung eine Diashow über den Himalaya und Nepal gezeigt, begleitet mit Gesang und Keyboard. Auch im weiteren Verlauf wird Aaravindhas Vortrag musikalisch eingerahmt. Das ist angenehm und bietet Abwechslung, denn einiges Durchhaltevermögen wird von uns verlangt – die direkte Vorstellung geht über fünf Stunden.
 

Aaravindhas Besuch bei den unsterblichen Meistern

Nach einer halben Stunde beginnt der eigentliche Auftritt von Aaravindha. Er kommt strahlend, lächelnd herein, begrüßt uns freundlich mit deutschen Worten. Sein Deutsch ist erstaunlich gut, aber er meint, er müsse immer die richtigen Worte aus dem Äther heraussaugen, weswegen er lieber auf Englisch fortfährt. Er möchte über etwas sehr Spezielles sprechen, von dem seit 6.000 Jahren nicht mehr die Rede war. Vor 6.000 Jahren gab es im Himalaya einen Konvent mit der Göttlichen Mutter (Adima). Damals herrschte (dort) ein paradiesischer Zustand: Frieden, Freundschaft, Harmonie mit den Tieren, kein Sterben.

So berichtet er von vierzehn Meistern, die es vor über 20.000 Jahren geschafft hatten, den Tod komplett zu überwinden. Sie hatten einen Zustand erreicht, der seit der letzten großen Flut vor 12.000 Jahren nur von einer Handvoll Menschen realisiert worden war. Er nennt insbesondere Babaji (aus Yoganandas Autobiografie) und Patanjali. Nun leben dort in diesem Tal noch sechs Meister, deren Namen er noch nennen wird. Ich frage mich, was mit den anderen acht Unsterblichen geschehen sein mag – überhaupt ist eine Unsterblichkeit schlecht nachzuweisen, so viel Zeit hat ein Sterblicher nicht. Heute im Verlauf dieses Treffens werden die Namen zum zweiten Mal wieder seit 6.000 Jahren genannt werden.

Aaravindha hatte sich aufgemacht, das verborgene Tal der unsterblichen Meister im Himalaya zu finden und zu besuchen, und das sei ihm schließlich auch geglückt. Dieses Tal ist nicht gleichzusetzen mit Shambala oder Shangri-La, dieser Platz hat keinen Namen, und kein Normalsterblicher hat eine Chance, diesen Platz zu finden, denn man kann ihn nur erreichen, wenn man von den Meistern eingeladen wird. Auch wenn viele der heute Mächtigen und Reichen alles geben würden, diesen Platz zu finden, macht es keinen Sinn, danach zu suchen, und auch er, Aaravindha, wird uns nicht sagen, wie wir dorthin kommen. Würde der Platz öffentlich werden, gäbe es eine große Gefahr, dass er zerstört werden würde.

Es ist das Dharma (Dharma = deine vorgegebene Beziehung zum Göttlichen) der sechs Meister, in diesem Tal zu sein, um von dort aus durch ihre Anwesenheit auf die Menschheit einzuwirken. Das Dharma wird im übrigen nur erreicht, wenn man den Kampf aufgibt, es wird nicht erworben, sondern es wird entdeckt. Wenn man einem solchen meisterlichen Wesen gegenüber steht, dann ist man ein offenes Buch, das ganze Dharma einer Person ist komplett enthüllt. Einem solchen Wesen stand Aaravindha am Taleingang gegenüber. Er fiel auf seine Knie, aber der Meister zog ihn dann sofort in die Höhe und sagte, dass nichts zwischen ihnen stehen solle. Daraufhin erkannte er seine Verbindung seit über 20.000 Jahren mit dem Meister. Schon früh in diesem Leben ist ihm dieser eine spezielle Meister (Amir) begegnet. Im Alter von sechs Jahren trat er in sein Schlafzimmer und half ihm damals, seine speziellen Fähigkeiten zu akzeptieren und dass er anders war als andere. Es dauerte dann 45 Jahre bis er wieder diesem Meister begegnen konnte – in dem Tal der unsterblichen Meister. Sein Ziel in dieser Inkarnation ist es, als ein Sprecher für die ewigen Wahrheiten zu dienen, das ist seine "Seva" (= Dienst). Da andere Sterbliche, so meine ich bei mir, keinen Zugang zu dem Tal bekommen können, eine doch recht exponierte Stellung.

Am Eingang des Tales wird er von drei Meistern begrüßt, insbesondere von dem einen Meister Amir, und dieser führt ihn dann weiter durch das Tal und in die umgebenden Dörfer. Dort haben die Menschen noch nie einen Weißen, d.h. einen europäischen oder amerikanischen Menschen gesehen und sind sehr erstaunt. Eine Frau aus dem Dorf bittet Amir um Hilfe, die er ihr gewährt. Er legt die eine Hand auf ihre Brust, die andere auf ihren Nacken und flüstert ihr ein paar Worte ins Ohr. Die Frau sinkt zusammen, Amir fängt sie auf, die Frau kommt wieder zu Sinnen und ruft mehrmals mit lauter Stimme nach ihrer Tochter. Diese kommt aus einer Hütte heraus, und strahlend und freudig umarmen sich beide, und Mutter und Tochter tanzen und sind ganz glücklich.

Der Trubel wird ausgenutzt, sich unauffällig aus dem Dorf zurückzuziehen, denn Amir will keinerlei Dank haben. Aaravindha bittet um Aufklärung, was das Ganze zu bedeuten habe, und Amir erzählt ihm, dass das Kind aufgrund einer tiefen Armverletzung so schwer erkrankt war, dass es heftiges Fieber hatte, gar im Koma lag und dem Tod näher war als dem Leben. Durch die Berührung und Einflüsterung versetzte der unsterbliche Meister die Mutter in den Zustand der Göttlichen Mutter, und diese Göttliche Mutter rief dann das Kind. Und wenn die Göttliche Mutter ruft, dann kann die Natur nicht anders, als diesem Ruf Folge zu leisten und so kam das Kind gesund wieder heraus.

"Faith is knowing, faith ist not a belief" (etwa: Vertrauen ist ein Wissen, aber Vertrauen ist kein Glaube, keine Überzeugung).

Dann schließlich kommt Aaravindha zu der Stelle, wo er die Namen der sechs Meister nennt. Auch hier wiederholt er, dass dies zum ersten Mal seit 6.000 Jahren in Europa geschehe und ansonsten nur ein weiteres Mal in der heutigen Welt. Die Namen intoniert er in feierlicher Weise. Natürlich sind das nicht nur einfache Namen wie Amir, sondern er rezitiert eine Langform der Namen, vier oder fünf Worte in einer fremdländischen Sprache, vielleicht Sanskrit, sind jeweils aneinander gereiht. Damit endet nach eineinhalb Stunden der erste Teil der Begegnung mit Aaravindha.

In der ganzen Zeit seines Vortrages war Aaravindha nicht gesessen, sondern er ging auf der Bühne auf und ab, in einer sehr ruhigen und angemessenen Bewegung. Seine Stimme war währenddessen nicht sehr laut, aber immer freundlich und heiter, er machte einen sehr gelösten Eindruck. Und es gab auch einige Momente, wo die Übersetzerin aus akustischen Gründen ein Wort nicht hörte und deswegen vielleicht einen Begriff falsch übersetze. Dann wandte er sich ihr zu und gab zu erkennen, dass da wohl eine falsche Wortwahl getroffen worden war, was sich meist durch Wiederholung des englischen Begriffes sehr schnell aufklärte. Einmal wurde beispielsweise das Wort "mercy" mit Gnade übersetzt, was zwar auch richtig sein könnte, aber in diesem Fall war "Barmherzigkeit" besser. Hier demonstrierte er eine ganz besondere und hervorragende Präsenz.
 

Persönliche Fragenbeantwortung

Nach einer größeren Pause und weiteren musikalischen Darbietungen – ein gewöhnungsbedürftiges, "indisches Mantra" – geht es weiter. Im zweiten Teil bekommen wir Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen – spirituelle Meinungen, religiöse Fragen, Erklärungen zu seinen Lehren, zur Weltlage, aber auch zu Themen, die uns persönlich auf dem Herzen liegen oder gesundheitliche Fragen. Fast ausnahmslos melden sich dann Personen, die Aaravindha wohl schon länger kennen und damit ein Vertrauensverhältnis zu ihm haben, so scheint es mir jedenfalls oder sind sie in so kurzer Zeit zu Anhängern geworden?

Die erste Frage eines älteren Mannes handelt davon, ob er die anstehende Augenoperation durchführen lassen soll und was er sich wohl weigert zu sehen. Aaravindhas Antwort ist, dass es sich weniger darum handele, etwas nicht sehen zu wollen, sondern die Person habe die unschuldige Sicht eines Kindes verloren, vielleicht sogar schon in einem früheren Leben. Da die Operation schon angesetzt ist, solle das auch über die Bühne gehen. Aaravindha spricht wohl zehn Minuten lang über diesen Fall, meinem Gefühl nach größtenteils mit Allgemeinplätzen, aber es scheint, dass sich der Mann sehr verstanden fühlt.

Eine andere Frau will wissen, wie es denn mit anderen Meistern aussieht, z.B. die herabgestiegenen Meister, ob er diese kennen, ob er dazu Kontakt habe, z.B. St. Germain?! Nein, dazu habe er keinen Kontakt, obwohl er ihn haben könnte, wenn er wollte. Er hat Kontakt zu den vierzehn Meistern, bzw. den sechs inkarnierten. Und er nutzt dann diese Frage, um zu erklären, dass es nur einen Meister gebe, nämlich der, der in einem selbst wohnt.

Die nächste Frau hat ein sehr direktes Problem mit ihrer Gesundheit und will auch hier die Gründe dafür wissen. Die Ursache, ist seine Antwort, stammt aus einem früheren Leben, ihre Krankheit habe sich über Inkarnationen hinweg wiederholt, liege aber wahrscheinlich jetzt das letzte Mal vor. Er geht dann auf die Frau zu, beugt sich zu ihr und gibt ihr wohl durch Berührung oder Ähnliches (ich konnte es von meinem Platz aus nicht sehen) direkt Heilungsenergie. Auch antwortet er ihr auf Deutsch, was naturgemäß nicht übersetzt wird, und so leise ist, dass es nur die direkte Umgebung versteht. Auch in einigen anderen Fällen ist Aaravindha direkt auf die Personen zugegangen, wohl um seine ganz persönliche Hinwendung zu zeigen. Ich empfand das nicht als aufgesetzt, sondern eine sehr natürliche, spontan-freundliche Geste.

Mit der nächsten Frage geht es darum, wie er selbst zum Heiler wurde, wie seine Beziehung zu Jesus ist und wie Jesus heile. In Bezug auf sich selbst sagt er nur, dass er selbst nicht heile, sondern nur durch ihn Heilung geschehe. Und bezüglich Jesus antwortet er, dass Jesus immer den Menschen die Wahl und den Willen zur Heilung angeboten habe: "Dein Glaube hat dich geheilt". In einem etwas allgemeineren Teil seiner Antwort erfahren wir dann noch, dass Jesus ein ganz "Großer" war. Ein großer Heiler auch deswegen, weil er erst im Jahre 126 gestorben sei, sich also selbst von seiner schweren Verletzung geheilt habe. Und er hätte dann quasi die Nase voll gehabt, in Palästina zu bleiben und sei nach Kaschmir (?) gegangen.

Dann erzählt er noch eine weitere Geschichte von seinem Meister Amir. Dieser habe ihn zu einer bestimmten Stelle im Tal mit einer großartigen Aussicht geführt. Man konnte dort drei Wasserfälle und gleichzeitig drei Regenbögen sehen. Die ersten zwei Wasserfälle waren durch die Sonne beschienen und bildeten dadurch die Regenbögen, aber der dritte, untere Wasserfall war nicht beschienen und dennoch war auch dort ein Regenbogen, welcher nur eine etwas ungewöhnliche Form hatte, eher wie ein angedeutetes Oval um einen riesenhaft großen Menschen. Tatsächlich hätte dort mal vor vielen Jahren (Jahrhunderten ?) ein Yoga-Meister gelebt, der eine besondere Fähigkeit besaß. Er konnte nämlich die verschiedenen Elemente in die jeweils höhere Elementstufe absorbieren und damit auflösen. Das Erd-Element in das Wasser-Element, und dann das Wasser-Element in das Feuer-Element, und schließlich in das Luft-Element und dann in den reinen Äther absorbieren. So bleibt dann einzig und allein eine Lichtgestalt übrig, der sogenannte Regenbogenkörper. Diese Art der Verwirklichung sei aber nicht anstrebenswert, denn wozu solle so etwas nütze sein? Keineswegs sei das Ziel der menschlichen Entwicklung eine letztendliche Auflösung in das Licht: "Enlightenment is in the game, enlightenment is not the goal".

Dann erklärt er jemanden, der wiederholt an einer Migräne leidet, dass es physiologische Gründe für eine Migräne gebe, wenn die Gefäße sich verengen und kein oder weniger Blut durchlassen. Natürlich könne er sich medizinisch darum kümmern, aber wesentlich sei, den Druck, den er sich selbst in manchen Dingen gegeben habe, loszulassen und aufzulösen. Hier solle er schauen, welchem Druck er sich selbst aussetze.

Mit einer weiteren Frage will eine Dame wissen, was man Menschen sagen kann, die sich über den Zustand der Welt beschweren, die darüber jammern. Das Wichtige sei hier, dass man nicht mit ihnen argumentiert oder gar streitet, um ihnen die eigene Wahrheit, die Welt sei doch gar nicht so bejammernswert, als einzig richtig aufzudrängen. Das bringt nichts. "Sie haben ihre Wahrheit und Sicht, und du deine. Was du tun kannst, ist, deine Wahrheit als ein Licht für die, die in der Dunkelheit sind, scheinen zu lassen."
Einem jungen Mann, der das Gefühl hat, er müsse kämpfen, um das Leid in der dritten Welt zu verringern ("80% verhungern, haben kein reines Wasser oder leiden und wir hier leisten uns den exotischen Wunsch, erleuchtet zu sein"), gibt er den Rat, nicht zu kämpfen. Es könne zwar auch sein, dass es das Dharma einer Person ist, zu kämpfen, aber das trifft nicht auf ihn zu: "Dein Dharma ist nicht der Kampf".

Ein anderer Mann, vielleicht 50-jährig, beschwert sich dann, dass er seit seinem 15. Lebensjahr meditiert und sich nach wie vor sagen muss "I don't get it" (ich versteh's nicht, nicht krieg's nicht). Und er sei ein Deutscher und deswegen sehr gründlich und habe sich wirklich darum bemüht. Durch deine starken Bemühungen, so ist die Antwort, bestätigst du und zementierst du ja gerade, dass du nicht erleuchtet bist. Diese Bemühung steht dir genau im Weg. Lerne als erstes, nicht so hart an der Erleuchtung zu arbeiten wie das üblicherweise die Deutschen tun! Lerne präsenter zu sein, um dadurch das Erleuchtetsein zu manifestieren: "What you want, just do it!". Er gibt uns hierfür das Beispiel, dass er einen Hund hatte, der immer etwas traurig vor sich hindöste und er wollte doch, dass er einen lustigen Hund habe, der mit dem Schwanz wedelt. Um ihn dazu zu ermuntern, nahm er seinen Schwanz und wedelte damit, und siehe da, das wirkte sich auf den ganzen Hund aus, der wurde auf einmal ein fröhlicher Hund.

Als Abschluss seines Vortrags will Aaravindha uns dann noch ein besonderes Geschenk machen, indem er eine sehr wirkungsvolle Technik zur Vitalisierung unseres Energiesystems vorstelle. Auch diese Technik sei völlig unbekannt in der Welt und werde einer größeren Öffentlichkeit erstmals seit 6.000 Jahren wieder vorgestellt. Es handelt sich hierbei um das Intonieren von mantrischen Lauten, wobei man damit absichtslos noch bestimmte Vorstellungen verbinden sollte. Der erste Laut klingt wie "OM" und sollt mit dem Scheitelchakra verbunden werden, mit der Vorstellung einer Öffnung hin zur kosmischen Energie, dann kommt der Laut "A oder AUM", der als Zustand und Ausdruck der Vollkommenheit im Bereich des Hals-Chakras intoniert werden soll, danach das "HUM" für das Herzchakra und das Mitgefühl, dann das "RAM" für den Solarplexus, um das Feuer der Energie anzufachen, und schließlich ein "DZA", welches dem Wurzel-Chakra zugehörig ist und die Geburt, die Aktualisierung der Belebung symbolisieren und einleiten soll. Jedes Mantra wird dabei laut fünfmal wiederholt und der ganze Vorgang dauert etwa 5 Minuten, was man mehrmals am Tag praktizieren kann. Auch hier können wir die wohltönende Stimme "des Meisters der solaren Linie" auf uns wirken lassen. Als Abschluss soll man eine Minute lang in Stille verharren.
Ich glaube nicht, dass ich ein Sakrileg begehe, wenn ich hier diese "6000 Jahre alte, unbekannte Meistertechnik" wiedergebe. In den Yogasystemen, in den spirituellen Tantraschulen sind diese Mantren ihre Zuordnung zu einzelnen Chakren wohlbekannt, wenn es auch Unterschiede gibt in den genauen Zuordnungen. Natürlich, es macht mehr Eindruck, es in einer solchen Weise zu hören.

Hiermit schließt Aaravindha seine Darbietungen und geht gemessenen Schrittes von der Bühne. In Ergriffenheit verharren die Zuhörer einige Zeit, aber bevor er ganz verschwunden ist, gibt es dann doch kräftigen Beifall für ihn.
 

Mein persönlicher Eindruck

Vermutlich waren 20 oder mehr Helfer und Betreuer zugegen, um das Ganze gut über die Bühne zu bekommen. Die Atmosphäre war durchgängig freundlich, ja herzlich, so dass man sich wohlfühlen konnte. Arielle gab dann doch einige organisatorische Punkte zum Besten. Wenn man an den bald kommenden Intensivseminare Interesse hat – Ausbildung zum Heiler, spirituellen Betreuer, etc. –, dann soll man sich doch möglichst in den nächsten Tagen anmelden und an den vorbereitenden Übungen teilnehmen. Solche Seminare werden für eine geraume Zeit von Aaravindha nicht mehr gegeben werden – also eine vorläufig letzte Chance. Diese Seminare sind dann auch – was sie nicht erwähnt – mit deutlichen Kosten verbunden (bis zu 1.500 € je Ausbildungswoche). Aha, irgendwo muss das Geld für die Veranstaltungen und dem Meister ja herkommen.

Die von Aaravindha vorgetragenen Geschichten muteten teilweise sehr nach Erzählungen aus Yoganandas Autobiographie und waren wohl für viele, mich eingeschlossen, recht märchenhaft. Eine Chance zur Überprüfung dieser Behauptungen bestand in keinem Punkt. Auch scheint Aaravindha eine starke Vorliebe für fremdländische Ausdrücke oder Sanskrit zu haben. Das fängt bei seinem Namen "Aaravindha Himadra" an, gilt für seinen Weg "MaPushan" als "einen Zweig der Heiligen Solaren Linie" und seine Methode, die er "Orakulare Sicht" nennt, und geht weiter über ungewohnte Ausdrücke wie Adharma, Seva und die Namen seiner Meister und seiner Techniken – das Toning, das als Übung in seinen Kreisen praktiziert wird, erhält neuerdings –so kann auf seiner Website nachlesen – den klangvollen Namen "Mahantaparatha".

Solche Exotik bei den Namen, teilweise auch bei seiner Erscheinung, schafft Eindruck. Der spirituell erwartungsvolle Sucher, die treuergebene Anhängerin (trotz dessen, dass der Meister in uns ist) versinkt in Ehrfurcht, denn die Begriffe versteht er/sie nicht und kritische Fragen verstummen. Andererseits wurden von Aaravindha seine Geschichten mit einer solchen Selbstverständlichkeit und Lockerheit vorgetragen, dass schon eine extreme Frechheit notwendig wäre, uns hier frei erfundene Lügengeschichten vorzutragen. Dies würde auch gar nicht zu dem freundlichen Eindruck der Veranstaltung insgesamt passen. Macht er sich selbst etwas vor, toleriert er um der guten Sache Willen wundersame Übertreibungen? Wie kann man also als nüchtern denkender Westler solche Geschichten von unsterblichen Meistern akzeptieren?

Ich weiß es nicht ..., aber ein charismatischer Eindruck bleibt bestehen.
 



Dieser Artikel ist auch auf der Website der Zeitschrift connection spirit erschienen.
 
Bitte nehmen Sie bei Interesse an den vorgestellten Themen Kontakt mit mir auf.
Bodo Zinser, Tel.: 0821 / 543 943 74, Email: BodoZinser (at) Selbstgewahrsein.de
 

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